Grüne Bohnen
Grüne Bohnen werden auch Gartenbohnen, Buschbohnen oder Stangenbohnen genannt.
Alle diese Namen bezeichnen allerdings die allgemein bekannte “Bohne”, bzw. “grüne Bohne”.
Mit dem Wort Bohne wird eine erstaunliche Vielzahl an Gewächsen der Familie der Hülsenfrüchte bezeichnet, die unseren Speiseplan seit Jahrtausenden bereichern, uns aber ebenso gut schädlich werden können – denn Bohnen gelten auch als Giftpflanzen, was sich in abgeschwächter Form durch etwaige Verdauungsstörungen nach ihrem Genuss bemerkbar macht.
Im Volksmund ist mit „Bohne“ sowohl der Samen in der umgebenden Hülse, als auch die Frucht, also die Kombination aus Samen und Hülse, gemeint.
Die Bohne stammt aus den Wäldern und dem Hochland Mittel- und Südamerikas. Von dort aus trat sie im 16. Jahrhundert mit den spanischen Seefahrern ihren Siegeszug als eine der wichtigsten Kulturpflanzen Europas an. Die ersten Abbildungen von Bohnen im deutschsprachigen Raum stammen aus dem Jahr 1543. Wie die anderen „Einwanderer“ Kartoffel und Tomate wurde auch die Bohne zuerst misstrauisch beäugt, bevor sie im Laufe des 17. Jahrhunderts ihren festen Platz in der europäischen Küche fand.
Erscheinungsbild und Anbau der grünen Bohnen
Als einjährige, frostempfindliche Pflanze mit grünen, gelben oder blauen Hülsen ist die grüne Bohne (Phaseolus vulgaris) hier in Europa bekannt. Aus ihr wurden mehr als 500 Sorten gezüchtet. Mehr als 100 dieser Sorten sind allein auf dem deutschen Markt erhältlich. Sie werden je nach Wuchs entweder als Buschbohnen, Stangenbohnen oder Feuerbohnen klassifiziert.
Die vielgestaltigen Hülsen sind ebenfalls eine Klassifizierungsgrundlage: Schwertbohnen haben flache bis platte Hülsen, die der Flageoletbohnen sind flach und oval und die Hülsen der Perlbohnen sind sehr dünn, so dass sich die Samen gut sichtbar darin abzeichnen.
Generell ist allerdings die Bezeichnungsvielfalt für Bohnen – sowohl für die Frucht als auch nur für die Samen – sehr groß und unübersichtlich.
Die verschiedenartigen Hülsenformen tragen aus praktischen Gründen unterschiedliche Bezeichnungen, die den Eindruck erwecken, es handele sich um verschiedene Bohnensorten. So haben Schnittbohnen flache, breite Hülsen, während Prinzess- oder Brechbohnen einen runden Durchmesser haben und nach EU-Qualitätsansprüchen möglichst nicht die Samen in der Hülse erkennen lassen. Runde bis ovale Bohnensamen werden unter der Bezeichnung Speckbohne zusammengefasst. So genannte Wachtelbohnen weisen unterschiedlichste Färbungen der Samen auf und sind sogar geschmackvoller als rein weiße Bohnen, sie werden allerdings auf dem Markt kaum nachgefragt.
Die einjährige grüne Gartenbohne wird je nach Wuchs als Stangenbohne oder als Buschbohne bezeichnet.
Sie liebt sonnige und windgeschützte Bereiche und benötigt humusreichen Boden mit einem pH-Wert von 6 - 7,5. Bohnen sind Schwachzehrer, d.h. sie sollten nur wenig gedüngt werden, z.B. einmalig bei der Aussaat mit organischem Stickstoffdünger
Buschbohnen werden von Mitte Mai bis spätestens Anfang Juli ausgesät. Jeweils 5-7 Korn werden im Abstand von ca. 40 cm nur etwa 2 cm tief in den Boden gesetzt. Das Vorquellen der Bohnensamen in lauwarmem Wasser am Tag vor der Aussaat lässt sie schneller keimen. Damit die Keimlinge die Bodendecke leicht durchstoßen können, werden die Korngruppen, die „Horste“, mit Komposterde abgedeckt. Um dauerhaft mit frischen Bohnen versorgt zu sein, empfiehlt es sich, die Aussaat zu staffeln.
Am Ort der Aussaat sollten in den letzten drei Jahren davor keine Hülsenfrüchte gewachsen sein, es könnten sich nämlich noch Krankheitserreger im Boden befinden.
Nach etwa 8-10 Wochen sind dann die ersten Bohnen reif zur Ernte. Wer seinen Bohnen besondere Pflege angedeihen lassen möchte, kann das Beet mit den Bohnenkeimlingen mit Folie überbauen, denn Bohnen brauchen während der Keimung viel Wärme und wachsen somit schneller. Die Aufzucht im Haus in Töpfen mit nachfolgender Anpflanzung der Keimlinge nach den Eisheiligen (11.-15. Mai) ist ebenfalls möglich.
Stangenbohnen sind ertragreicher als Buschbohnen, benötigen allerdings auch länger bis zur Ernte: etwa 12 Wochen. Die Aussaat sollte von Mitte Mai bis Ende Juni stattfinden. 6-8 Bohnen werden um die Rankhilfe in 3-4 cm Tiefe ausgelegt, denn die Bohnen müssen die Glocken läuten hören, wie ein altes Sprichwort sagt. Bei den Rankhilfen handelt es sich meist um Stahlstangen, die in einem klassischen Gartenbeet aufgestellt und am oberen Ende mit Draht miteinander verbunden sind. Sie können auch als „Dreibein“ aufgestellt werden, deren Füße mindestens einen halben Meter Abstand voneinander haben. Um Krankheitskeime abzutöten, sollten die Stangen mit Essigwasser abgerieben werden.
Unter den Stangenbohnen sind die Feuerbohnen (Phaseolus coccineus) die prächtigsten, sie werden häufig wegen ihrer schönen Blütenstände allein zur Zierde angebaut. Nach ihrem Verblühen kann man ihre Wurzeln kühl, aber frostfrei überwintern und im darauf folgenden Jahr wieder einpflanzen.
Die Hülsen der “grünen Bohnen” werden durchschnittlich 4-30 Zentimeter lang und sind grün, gelb oder violett gefärbt. Der Querschnitt der Hülsen kann rund oder abgeflacht sein. Die in den Hülsen enthaltenen Samen sind je nach Varietät – und davon gibt es ca. 500 – in Form und Farbe unterschiedlich.
Verwendung der grünen Bohne
In vielen Kulturen gehören Bohnen zu den Grundnahrungsmitteln und wichtigsten Energielieferanten. Neben dem Kürbis ist die Bohne die älteste Nutzpflanze Amerikas und immer noch eine der wichtigsten Pflanzenkulturen in Lateinamerika und Afrika, wo kleinbäuerliche Subsistenzwirtschaft weit verbreitet ist.
Hülsenfrüchte wie Bohnen enthalten viel Protein, wichtige Kohlenhydrate in Stärkeform und Ballaststoffe, die die Darmtätigkeit anregen. Außerdem sind Bohnen Lieferanten für die Mineralstoffe Folsäure, Kalium, Eisen, Zink, Kupfer und Magnesium sowie für die Vitamine B1 und B6. Dies alles empfiehlt sie heute als wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.
Im rohen Zustand enthalten Bohnen allerdings das gesundheitsschädliche Protein Phasin in unterschiedlichen Dosen, die bereits beim Verzehr einiger weniger Bohnen zu ernsten Vergiftungserscheinungen führen.
Deshalb sollten Bohnen vor dem Verzehr ausreichend lange gegart werden – am besten eineinhalb bis zwei Stunden. Dabei sollte auf Salz oder Säure (z.B. Essig) verzichtet werden, denn diese Stoffe verhindern das Garwerden. Getrocknete Bohnen müssen dabei vor der Zubereitung mindestens 6 Stunden eingeweicht werden. Am praktischsten für die schnelle Küche sind demnach vorgegarte Bohnen aus der Dose, häufig sind dies Kidney-Bohnen oder weiße Bohnen.
Sowohl frisch als auch getrocknet ist die Gartenbohne seit langem Teil unserer Esskultur: frisch oder eingeweicht als Beilagengemüse und in Salaten, Suppen oder Eintöpfen ist auf sie fast nicht zu verzichten. Frische Bohnen müssen fest sein und sich beim Biegen gut brechen lassen. Nach maximal zwei Tagen luftiger Lagerung im Kühlschrank sollte die Zubereitung erfolgen. Erst dann werden die Enden abgeschnitten und bei älteren Sorten der Faden entlang der Hülse abgezogen. Neuere Bohnensorten haben diese Fäden nicht mehr. Getrocknete Bohnen können bis zu zwei Jahre lang aufbewahrt werden. Schlechtgewordene Bohnen erkennt man daran, dass sie im kalten Wasser oben schwimmen. Sie müssen verlesen werden, bevor die restlichen Trockenbohnen gekocht werden, um das giftige Phasin zu zerstören.
Da Bohnen nach dem Kochen trotzdem nicht völlig frei von Blähstoffen sind, empfiehlt sich eine geschmacksharmonische Zubereitung mit Kümmel, Koriander, Bohnenkraut oder Rosmarin.
Die Zugabe eines Teelöffels Natron oder Backpulver zum Kochwasser verhindert die Entfärbung bunter Bohnen.
Die gewöhnliche grüne Gartenbohne (die Hülsen mit Samen) stellt gegart und mit Bohnenkraut, Zwiebeln und Speck verfeinert die traditionelle Beilage zum Sonntagsessen dar. Die grünen Bohnen werden im Ganzen mindestens 15 Minuten gar gekocht und anschließend in Butter geschwenkt und gewürzt.
Werden die Bohnenhülsen vor der Zubereitung in Stücke gebrochen oder geschnitten, nennt man sie Brech- oder Schnippelbohnen. Diese Bohnenstücke werden besonders gern für Salate, Eintöpfe oder Bohnensuppen verwendet.








