Dicke Bohnen
Dicke Bohnen (Vicia faba) werden auch Ackerbohnen, Saubohnen oder Pferdebohnen genannt und gehören nicht zu derselben Gattung wie die grüne Gartenbohne (Phaseolus), sondern zur Gattung der Wicken (Vicia).
Herkunft der Dicken Bohnen
Die Dicke Bohne ist schon seit dem Altertum in Europa bekannt. Es wird angenommen, dass sie aus dem Vorderen Orient oder aus Algerien stammt und bis zum dritten vorchristlichen Jahrtausend im Mittelmeerraum angekommen war. Von dort breitete sie sich in Mitteleuropa aus und wurde eines der wichtigsten, weil ertrag- und proteinreichsten Nahrungsmittel. Die Bezeichnung „Bohne“ bezog sich bis zur Ankunft der grünen Gartenbohne aus Amerika nur auf die Dicke Bohne.
Erscheinungsbild der Dicken Bohnen
Es werden weiß blühende mit schwarzem Punkt, rein weiß blühende und rot blühende Sorten der Dicken Bohne unterschieden. Nur die sehr jungen Hülsen der Dicken Bohne können verwendet werden, in der Regel werden nur die grünlichen Samen zubereitet. Diese können bis zu 2,5 cm lang und 8 mm dick werden. Die gefleckt blühenden Pflanzen produzieren Samen, die beim Garen meist braun werden und sich durch eine kräftige Note im Geschmack auszeichnen. Die anderen Sorten behalten ihre Färbung und sind milder im Geschmack.
Die Dicke Bohne bevorzugt nährstoffreiche Böden, ein feuchtes, kühles Klima und ist nicht frostempfindlich, daher eignet sie sich zum Anbau in ansonsten ungeeigneten Gebieten, z.B. an der Nordseeküste.
Verwendung der Dicken Bohnen
Die Dicke Bohne war ursprünglich ein Grundnahrungsmittel, aus dem Bohnenbrei, Brot und sogar Kuchen gemacht wurde. Mit Einführung der grünen Gartenbohne wurde jedoch die Dicke Bohne im Speiseplan der Europäer immer weiter zurückgedrängt und dient heute vor allem als Viehfutter – daher die alternativen Bezeichnungen Saubohne oder Pferdebohne.
Im Privatanbau ist die Dicke Bohne immer noch beliebt, ist sie doch ein anspruchsloser Bodenlockerer, deren Samen man sich in Gemüseeintöpfen schmecken lassen kann.
Im südlichen Mittelmeerraum und im arabischen Raum ist die Dicke Bohne ein beliebter Bestandteil der regionalen Küche. Das Bohnengericht Ful besteht aus (vor-)gegarten Dicken Bohnen, die entweder püriert oder ganz gelassen werden und mit Olivenöl, Knoblauch und Kreuzkümmel verfeinert z.B. zu Fladenbrot gereicht werden.








